Algorithmen sind in der Verwaltung angekommen, wie eine aktuelle Studie anhand von Beispielen aus mehreren Staaten in Europa zeigt.

Die Algorithmen sind unter uns

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Algorithmen in Europas Verwaltungen

In der Verwaltung angekommen: Algorithmen

In vielen europäischen Verwaltungen treffen Algorithmen bereits Entscheidungen. Das zeigt ein Bericht der Nichtregierungsorganisation AlgorithmWatch und der Bertelsmann Stiftung. Die Organisationen haben Beispiele aus zwölf EU-Staaten Beispiele zusammengetragen, wo der Einsatz von Algorithmen bereits Routine ist. Viele stammen aus der öffentlichen Verwaltung.

So evaluiert in der Arbeitsverwaltung Belgiens ein Computer-System zum Beispiel, wie Arbeitslose in der Region Flandern auf staatlichen Webseiten nach Jobs suchen. Aus ihrem Suchverhalten werden Prognosen zu drohender Langzeitarbeitslosigkeit abgeleitet. Wer nicht richtig sucht, bekommt gegebenenfalls Strafmaßnahmen des Amtes aufgebrummt. In Polen wiederum erstellen Algorithmen Profile von Arbeitslosen, um passende staatliche Hilfe zu finden.

Auch in Finnland erstellen Algorithmen Profile von Arbeitssuchenden: Sie scannen ihre digitalen Spuren, von sozialen Netzwerken bis zu privaten E-Mails via zum Beispiel Gmail. In Dänemark erstellen Algorithmen Prognosen, ob Kinder vernachlässig werden könnten. Indikatoren sind ihre Lebensumstände oder ob ihre Eltern verpflichtende Arzttermine regelmäßig wahrnehmen.

Die Beispiele stammen aus dem Report “Automating Society – Taking Stock of Automated Decision-Making in the EU”. Sie wollen mit uns diskutieren zu diesem Thema? Dann schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kontaktformular. Wir greifen Ihre Anregungen gerne auf und thematisieren sie in künftigen Artikeln.