Im Ruhrpott können Nachbarn untereinander mit Solarenergie handeln. Dahinter steckt Blockchain-Technologie.

Lokaler Energiehandel mithilfe der Blockchain

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Lokaler Energiehandel Blockchain

Mit der Blockchain Strom an Nachbarn verkaufen

Nachbarschaftshilfe kennt man bislang so: Man leiht sich nebenan Werkzeug aus oder verkauft den frischgebackenen Eltern von gegenüber günstig Baby-Inventar, das man selbst nicht mehr benötigt. Doch was, wenn der Nachbar einem auch Strom liefert?

Das ist die Idee, auf der das Geschäftsmodell einer kleinen Firma aus Essen fußt. Das Unternehmen Conjoule hat eine auf der Blockchain-Technologie basierende Plattform entwickelt, über die man privat erzeugte Solarenergie lokal verkaufen kann. Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat und einen Überschuss an Energie erzeugt, kann diesen über die Plattform anderen Haushalten, Schulen oder Läden in der Nachbarschaft anbieten.

Voraussetzung ist, dass sich alle, die mitmachen wollen, in einer „Community“ organisieren – und über die Plattform sowie einen gemeinsamen Stromanbieter miteinander verbunden sind. Die Plattform fungiert dann quasi als direkter Marktplatz. Die für die Plattform gewählte Blockchain-Technologie soll gewährleisten, dass der Stromhandel unter Nachbarn für alle transparent abläuft. Wer wieviel Kilowattstunden produziert und an wen weitergegeben hat, wird nachvollziehbar dokumentiert.

Das Unternehmen Conjoule wurde 2017 gegründet. Hinter ihm steckt der Essener Energieversorger Innogy SE, einem Tochterunternehmen des Energiekonzerns RWE. Der „Strom von nebenan“ soll laut Innogy die lokalen Strukturen stärken und zu Kostenvorteilen für alle Teilnehmer führen.