Raus aus der Corona-Krise

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Lockern oder Lockdown? Das Corona-Virus hat die ganze Welt getroffen. Um das Virus in den Griff zu bekommen, gehen die einzelnen Länder sehr unterschiedlich vor.

Eigenverantwortung statt Lockdown: das schwedische Modell

Unter den europäischen Ländern geht Schweden von Beginn an einen Sonderweg. Auf einen allgemeinen Lockdown und eine Maskenpflicht verzichtete das Land. Zwar gibt es Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Regierung setzt aber vor allem auf Einsichtsfähigkeit und Eigenverantwortung der Schweden. Die schwedische Bilanz fällt gemischt aus: Zu Beginn der Pandemie starben viele, vor allem sehr alte Menschen an Covid-19. Zu Beginn des Frühjahrs 2021 nahm jedoch die Zahl der täglichen Todesfälle trotz vergleichsweise hoher Infektionszahlen rasch stark ab.

Klares Ausstiegsszenario: die britische „Roadmap“

Die britische Regierung reagierte zunächst zögerlich, verhängte dann aber angesichts hoher Sterbezahlen und nachdem Premierminister Boris Johnson selber an Corona erkrankt war einen umfassenden Lockdown. Seit Anfang 2021 setzt das erst kürzlich aus der EU ausgeschiedene Land vor allem aufs Impfen und legt hier ein hohes Tempo vor. Mittlerweile hat die Regierung eine „Roadmap“ mit klar definierten Schritten aus dem Lockdown heraus präsentiert. Schulen öffnen am 8. März, bis Ende Juni sollen praktisch alle Lockdown-Maßnahmen aufgehoben werden, so das Versprechen.

Wie sich die britische Regierung den Weg aus dem Lockdown vorstellt, ist in einem Youtube-Video vom National Health Service zusammengefasst:

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Impfen soll die Wende bringen: der amerikanische Weg

Mehr als 500.000 Tote – in keinem Land starben bislang mehr Menschen an Covid-19 als in den USA. Nachdem es lange an einer einheitlichen Strategie der 50 Bundesstaaten fehlte, könnte jetzt eine umfassende Impfkampagne die Wende bringen. Noch unter Präsident Trump hatte die amerikanische Regierung damit begonnen, sehr große Mengen an Impfstoff zu besorgen, die nun, unter seinem Nachfolger Biden, zügig verteilt und verabreicht werden. Für die 330 Millionen US-Bürger stehen mittlerweile mehr als eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung. Überzählige Dosen sollen wohl an ärmere Nationen gespendet werden.

Schnelltests für jedermann: Island wird belohnt

Mit weniger als sieben Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern war Island Anfang Februar das erfolgreichste europäische Land. Die isolierte Lage im Nordatlantik trägt dazu bei. Die 360.000 Isländer profitieren aber von einer stringenten Anti-Corona-Strategie und dem hohen Digitalisierungsgrad ihrer Insel: Schnelltests sind leicht zugänglich, Kontakte werden konsequent nachverfolgt. Zahlreiche Lockerungen sind die Belohnung, und auch Touristen sollen in Kürze wieder willkommen sein.

„Best-Practices“ für eine überzeugende Strategie

Für eine abschließende Bewertung ist es im Frühjahr 2021 sicherlich noch zu früh – zu groß sind die Unwägbarkeiten. Erste Erfolge in der Pandemiebekämpfung zeichnen sich jedoch ab. Damit wächst die Hoffnung, aus den „Best Practices“ weltweit in absehbarer Zukunft eine schlüssige Strategie ableiten zu können.

(Text: Till Behrend)

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