Die Revolution der künstlichen Schachmeister

Lesedauer 2 Minuten

Als die ersten Programmierer ihre Schachcomputer mit Daten von vergangenen Partien fütterten, kreierten sie einen Algorithmus, der Züge berechnet und so dem Gegner immer mindestens einen Schritt voraus ist.

Die perfekt unperfekte Intelligenz

Seit die Schachalgorithmen jedoch nahezu perfekt spielen, interessieren sich Wissenschaftler wie der Informatikprofessor Jon Kleinberg und ein Forschungsteam von Microsoft für etwas Neues: Ihre künstliche Intelligenz (KI) Maia darf auch mal Fehler machen.

Der erste seiner Art

Schon der erste Schachautomat, der bereits im 18. Jahrhundert die Menschen begeisterte, machte Fehler. Doch die gelegentlichen Niederlagen des sogenannten Schachtürken hatten einen einfachen Grund: Für die mechanisch wirkenden Schachzüge sorgte ein unter dem Spielbrett in einer Box versteckter Mensch.

Der erste echte künstliche Gegner

Es dauerte noch fast zwei Jahrhunderte, bis der erste echte Automat gegen einen Menschen antrat – und gewann: 1997 verlor der Schachweltmeister Garry Kasparov den Wettkampf gegen DeepBlue, einen Großrechner der Firma International Business Machines (IBM).

DeepBlue versus Kasparow – die Konstrukteure von IBM erklären dem Fernsehsender BBC, wie ihr Rechner gewinnen konnte:

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Künstliche Netzwerke begeistern

Kleinbergs KI Maia ist die Urenkelin der KI DeepMind von Google. Dessen Nachfolger Alpha Zero war eine Revolution auf seinem Feld, denn seine Entwickler bauten in ihn ein simuliertes neuronales Netzwerk ein. Diese künstliche Neuronen feuerten nachweislich, wenn die nächsten Züge in einem Spiel der KI den Sieg verhießen. Alpha Zeros Code floss in das Open-Source-Programm Leela Zero ein, aus dem schließlich Maia hervorging.

Verhandlung mit einem Computer

Für Kleinberg ist Schach das optimale Training für Maia. Dadurch soll sich die KI darin verbessern, Menschen zu unterstützen, mit Ihnen zu verhandeln oder im Kundenservice zu beraten.

Künstliche Intelligenz für alle

Doch auch den Schachbegeisterten bleibt Maia weiterhin erhalten: Die KI kann Fehler des menschlichen Gegners vorhersagen und soll so dazu beitragen, dass sie oder er sein Spiel verbessert. Wer sich im Schach trainieren möchte, kann auf der Maia-Website vergangene Partien von Maia ansehen oder sich selbst mit der künstlichen Intelligenz messen.

(Text: Ines Maria Eckermann)

Mehr Input

  • Die offizielle Website des Maia-Projekts
    maiachess.com
  • Schach-KI Maia spielt absichtlich schlecht
    mixed.de
  • Das „Geheimnis des Schachtürken“
    geo.de
  • KI Deepmind löst biologisches Problem
    t3n.de
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