So geht digitale Souveränität

Für ein komplexes Thema einfache Schulnoten zu vergeben, ist gar nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn es um das große Thema „digitale Souveränität“ geht. Deutschland bekommt in dem Podcast des Fernsehsenders NTV „So techt Deutschland“ vom Open-Source-Spezialisten Peter Ganten eine Drei minus für den Zustand seiner digitalen Souveränität. Eine maue Note. Dennoch liefert der Podcast mit dem düsteren Titel „Digitale Souveränität: Deutschland steckt im Mittelalter“ auch Optimismus – und vor allem Vorschläge, wie es besser werden kann.

Meine Daten gehören mir – oder?

Der Podcast thematisiert die vielen Facetten digitaler Souveränität: Was bedeutet das? Kurz: Kontrolle über Informationstechnik. Warum ist sie ein Thema für alle – Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Politik und Staat? Weil es zum Beispiel darum geht, ob sie die Kontrolle über ihre Software und Daten haben – oder Technologieunternehmen. Und vor allem: Wie stellt man digitale Souveränität her?

Darauf hat Peter Ganten eine klare Antwort: zum Beispiel mit Open-Source-Software. Kein Wunder, schließlich ist der Open-Source-Befürworter Geschäftsführer des Unternehmens Univention, das auf Open Source basierende IT-Lösungen entwickelt. Und er ist Vorsitzender der Open Source Business Alliance. Open-Source-Software bezeichnet Software, deren Quellcode offen ist. Sie kann nach Belieben verwendet werden. Das unterscheidet sie von Software, deren Einsatz und Weiterentwicklung die Hersteller reglementieren.

Marc Thylmann, Pressesprecher der Bundesdruckerei, erklärt im Interview, welche Grundvoraussetzungen für digitale Souveränität geschaffen werden müssen.

Digitale Souveränität fängt beim Chatten an

Die beiden Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat führen Peter Ganten durch ein weites Feld: Es geht um historische Aspekte von Souveränität und digitaler Souveränität, um den Umgang von Staaten mit den Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger – und immer wieder auch um Open Source.

Reinhören lohnt sich, um Informationen und Meinung einzufangen. Und um sich vielleicht damit zu beschäftigen, wo die eigene digitale Souveränität anfängt und wie es um sie bestellt ist. Ein Blick aufs Smartphone kann erste Antworten geben. Welche Messenger finden sich dort: WhatsApp, der einem großen Technologiegiganten gehört, dessen Umgang mit persönlichen Daten immer wieder kritisiert wird? Oder alternative Dienste, die mehr Datenschutz versprechen?

Den Podcast kann man auch auf Soundcloud anhören, bitte hier entlang.

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