Quellcode lesen und schreiben zu können, bereitet auf die Zukunft vor. Für Kinder und Jugendliche gibt es viele Plattformen zum spielerischen Lernen.

Programmieren für Kinder

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Programmieren für Kinder

Programmieren für Kinder: Diese Angebote gibt es

Programmieren galt lange als Hobby von Stubenhockern und Einzelgängern. Heute gilt: Quellcode lesen und schreiben zu können, bereitet auf die Zukunft vor. Kinder und Jugendliche stehen dem Thema meist aufgeschlossen gegenüber – und es gibt tolle Möglichkeiten, sie zu fördern.

Wer einmal gesehen hat, wie ein dreijähriges Kind beim Anblick einer Tageszeitung instinktiv zu „wischen“ beginnt, begreift: Die nächste Generation wächst grundlegen anders auf. Für Kinder sind digitale Medien allgegenwärtig. Wenn sich Algorithmen und künstliche Intelligenz weiter so rasant entwickeln wie momentan, werden diese vermutlich in Zukunft die Aufgaben von Programmierern übernehmen. Trotzdem könnte es für Menschen sehr wichtig sein, Programm-Codes zumindest lesen und nachvollziehen zu können.

Derzeit gibt es viele Angebote, die Kindern den Einstieg ins Coding ermöglichen:

In der Webanwendung Scratch programmieren Kinder, indem sie bunte Blöcke mit Befehlen aneinanderreihen. Sie erschaffen kleine Spiele oder Animationen und lernen dabei, wie Schleifen, Bedingungen und Variablen funktionieren. Da die Kinder selbst keinen Quellcode nutzen, führt Vertippen nicht zu Syntaxfehlern und Enttäuschung.

Auf visuelles Programmieren setzt auch der App Inventor. Das Programm ist nur auf Englisch erhältlich und auch sonst eher für Ältere geeignet. Nutzer können komplexe Apps entwickeln und sie dann auf ihr Androidgerät laden.

Spiele wie AntMe! und das englischsprachige CodeCombat binden Programmiersprachen wie Visual Basic und HTML ein. Die Kinder verwalten einen Ameisenstaat oder lassen virtuelle Helden, Edelsteine einsammeln, indem sie den entsprechenden Code eintippen.

Die bunte Optik und die charmanten, oft tierischen Protagonisten lassen vergessen, dass Wissen vermittelt wird. Die Plattform Code.org bietet gar Projekte an, die an Star Wars oder Elsa die Eiskönigin angelehnt sind. Das Spektrum reicht von Kursen für Kinder ab vier Jahren bis zu komplexen Inhalten, bei denen auch 16-Jährige gefordert werden.

Viele Projekte bietet auch die Plattform You++. Die Ergebnisse, wie etwa animierte Grußkarten, können einfach mit Freunden geteilt werden. Das eigene Werk zu präsentieren, ist für die Kinder eine tolle Bestätigung und stärkt den Ehrgeiz. You++ bietet zudem Inhalte für den Schulunterricht. Die Plattform Appcamps hat sich gar auf Unterrichtsmaterialien spezialisiert. Der Gedanke dahinter: Was außerhalb der Schule geschieht, erreicht oft nur die Kinder, die sich bereits für das Thema interessieren.

Diese Angebote sind, zum Teil als eingeschränkte Versionen, kostenlos. Links zu den vorgestellten Tools unterhalb dieses Artikels.

Frauen in IT-Berufen? Heute eher selten zu finden. Das war nicht immer so. Die Pioniere der Branche waren weiblich.

Frauen waren die Ersten

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Weltfrauentag: Frauen in IT Berufen

Zum Weltfrauentag: Frauen waren die Ersten in der IT-Branche

„Frauen sind Naturtalente im Programmieren“, äußerte in den 60ern die Programmiererin Grace Hopper im Cosmopolitan Magazin. Fachkräftemangel war in diesem Jahrzehnt genau wie heute in der IT-Branche ein Problem. Das damalige Interview im Cosmopolitan könnte man als „Imagekampagne“ einordnen – mit dem Ziel, Frauen für den Beruf als Programmiererin zu interessieren.

Zunächst ein unbeliebter Job

Unter Programmieren verstand man allerdings in den Anfängen der IT zwischen den 30ern und den 50ern etwas anderes als heute. Programmentwürfe mussten mühsam und Schritt für Schritt in Maschinencode übersetzt werden. Diese Arbeit wurde als Bürotätigkeit mit niedrigem gesellschaftlichen Status angesehen. Gerade passend für Frauen, denen damals vor allem der Status als Ehe- und Hausfrau zugewiesen wurde. Diese Ansicht hielt sich auch während des zweiten Weltkriegs noch hartnäckig. Allerdings schafften Frauen es in diesen Jahren trotzdem, sich infolge des Männermangels Zugang zu höheren Qualifizierungen zu verschaffen.

„Man muss vorausplanen und alles so terminieren, dass es fertig ist, wenn man es braucht. Das geht nur mit Geduld und dem Blick für Details. Frauen sind Naturtalente im Programmieren.“ (Grace Hopper)

Pionierinnen

Grace Hopper arbeitete an der amerikanischen Harvard Universität mit dem ersten vollelektronischen Rechner der Welt, dem Mark 1. Auch dessen Nachfolger, der Eniac, wurde von Frauen programmiert. Bei der offiziellen Vorstellung des Eniac im Jahr 1946 wurden allerdings nur die am Projekt beteiligten Männer genannt. Erst vierzig Jahre später erhielten die beteiligten Frauen die ihnen zustehende Würdigung, weil eine Informatikstudentin an der Harvard gründlich recherchierte.

Wandel zum Männerberuf

Ab den 60ern stieg der Bedarf an Fachkräften für die Datenverarbeitung schnell an. Durch die kommerzielle Serienproduktion verschiedener Rechnertypen waren Computer nicht mehr nur für Militär und Forschung von Interesse. Erste Rechner für den Hausgebrauch entstanden, außerdem hielten sie Einzug in die Büros von Unternehmen. In den 80ern etablieren sich Personal Computer dann endgültig. Konzerne wie die Nixdorf Computer AG, IBM und Intel entstanden. Computer wurden immer leistungsfähiger, die Entwicklerwelt wurde männlich.

Klischees halten sich hartnäckig

Egal, ob es um den bärtigen Softwareentwickler geht, der bei runtergelassenen Jalousien neben seiner Schreibtischlampe auf die Tasten hämmert oder um das Mädchen, das Mathematik ohnehin nicht versteht und darüber hinaus Angst vor sozialer Ächtung hat, falls sie sich für IT interessiert. Klischees sterben nicht aus. Das zeigte zuletzt die Hollywood-Produktion „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ aus dem Jahr 2017. Der Film schildert in schillernden Tönen die Geschichte dreier afroamerikanischer Mathematikerinnen, die maßgeblich an den Mercury- und Apolloprogrammen der NASA mit gearbeitet haben.

Auf in die Zukunft

Umso erheiternder ist das nachfolgende Video der gemeinnützigen Organisation „Girls Who Code“, das mit schrägen Erklärungen wie „Wegen meiner langen Wimpern kann ich kaum den Bildschirm sehen“ aufwartet – und so (vermeintlich) erklärt, warum Mädchen nicht programmieren wollen. Die eigentliche Absicht des Vereins ist natürlich, Klischees zu thematisieren und zu entkräften.

 

Um Sexismus, Chavinismus und Männerbünden entgegen zu wirken, organisieren sich Frauen aus der IT-Branche schon seit längerem in Vereinen und Verbänden wie zum Beispiel den Geekettes, Webgrrls oder Haecksen.

Und auch in der Branche selbst hat ein Umdenken begonnen, denn Fachkräfte sind erneut Mangelware. Weiterhin Jungs und Männer in Ausbildung, Stellenbesetzung und Bezahlung zu bevorzugen, macht keinen Sinn. Unternehmen versuchen daher konsequent, Mädchen und Frauen für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt mehrere Millionen Euro jährlich für die Kampagne „Komm nach MINT“ aus.