Organe aus dem 3-D-Drucker

Lesedauer 2 Minuten

In Deutschland standen Ende 2020 rund 9.200 Menschen auf der Warteliste für eine Niere, eine Leber, ein Herz, eine Lunge oder eine Bauchspeicheldrüse. Sie warten oft jahrelang und manchmal vergebens: 756 Menschen starben 2019, weil es keinen passenden Spender gab.

Hoffnungsträger 3-D-Druck

Die Biotechnologie schenkt nun vielen schwer Erkrankten neue Hoffnung. Maßgeschneiderte Organe aus dem 3-D-Drucker könnten in Zukunft dazu beitragen, den Mangel an Spenderorganen zu beseitigen. In dem Verfahren werden mit „Biotinte“, die aus speziell gezüchteten, lebenden Zellen und einem Gel besteht, Schicht für Schicht dreidimensionale Strukturen gedruckt.

Ob menschliche Organe bald aus dem 3-D-Drucker kommen und wie das sogenannte Bioprinting funktioniert, fragt sich der Wissenschafts-Youtuber Jacob Beautemps.

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Nur teilweise funktionsfähig

Einige wichtige Meilensteine wurden erreicht: Anfang der 2000-er Jahre gelang es dem amerikanischen Arzt und Forscher Anthony Atala und seinem Team, Patienten erfolgreich eine Blase zu implantieren, an der 3-D-Druck beteiligt war. Atala stellte sich auch der Herausforderung, Organe vollständig im 3-D-Druckverfahren zu produzieren. Innerhalb weniger Stunden druckte er eine Niere, das in der Transplantationsmedizin am meisten benötigte Organ. Jedoch ist sie bis jetzt im Körper nicht voll funktionsfähig.

Ein kirschgroßes Menschenherz

2019 druckten israelische Wissenschaftler ein etwa kirschgroßes menschliches Herz, das in seinen biologischen Eigenschaften und Funktionen dem natürlichen Vorbild weitgehend entsprach. Leber und Blutgefäße stehen auf der Prioritätenliste der Wissenschaftler ebenfalls weit oben.

Obwohl die auf diese Weise produzierten Organe teilweise nur für einige Minuten leben, sind die Erwartungen, dass in den kommenden Jahren dauerhaft funktionierende Organe aus dem 3-D-Drucker für Transplantationen zur Verfügung stehen werden, hoch.

Ausblick

Neben der schnellen Verfügbarkeit wäre ein weiterer Vorteil, dass künstlich hergestellte Organe aus körpereigenen Zellen vom Organismus besonders gut angenommen werden. Eine Herausforderung bleibt die dauerhafte Versorgung der komplexen Strukturen durch Blutgefäße. Auch ethische Fragen gilt es zu beantworten: Die Vorstellung etwa, Profisportler könnten sich mit überlegenen Organen aus dem Katalog einen Vorteil verschaffen, wäre sicherlich nicht im Sinne der Erfindung.

(Text: Kristina Behrend)

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