KI als Konkurrenz für Ärzte?

Wer in China zum Arzt geht, der braucht im besten Fall einen Computer oder ein Smartphone. In unserer Print-Ausgabe 2 / 2019 haben wir die medizinische Plattform WeDoctor  vorgestellt, die Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Millionen Patienten vernetzt – bis hin in entlegene Gebiete. Mittels digitaler Technik und künstlicher Intelligenz (KI) soll so dem Ärztemangel entgegen gewirkt und Kosten im Gesundheitswesen reduziert werden.

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Noch bleibt China der Vorreiter beim Einsatz von KI. Doch auch in den USA und in Europa arbeitet man an KI-Lösungen – insbesondere auch in der Medizin. Vor allem bei der Diagnose von Krankheitsbildern erweisen sich KI-basierte Systeme als wertvolle Unterstützer. Laut einer großen Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC GmbH) aus dem Juni 2017 sind derzeit bereits 54 Prozent der Menschen weltweit bereit, sich auf KI und Robotik in der Medizin einzulassen.

In Großbritannien soll KI gar das Gesundheitswesen revolutionieren. Der Wunsch ist: Die Patientenversorgung und -verteilung besser zu planen und die Belegung von Betten, Medikamentengabe und Operationsabläufe zu optimiere. Im Bereich der Diagnostik soll die künstliche Intelligenz durch effizientere Analysen von Gesundheitsdaten bei der Krebsvorsorge und -früherkennung helfen. Auch für Demenz- und Herzerkrankungen, zwei weitere große Krankheitsfelder heutiger Patienten, ist dies angedacht. Die KI soll es hier ermöglichen, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und damit präventiv zu handeln.

Bereits heute gilt: KI schlägt (oftmals) Mediziner, beispielsweise bei der Krebsdiagnose oder der von Hautkrankheiten. Googles neues Diagnose-KI erkennt die 26 häufigsten Hautkrankheiten mit der Genauigkeit eines Dermatologen – inklusive Hautkrebs. Zuvor hatte die Google KI bereits und kleinste Veränderungen treffsicher erkannt und Lungenkrebsdiagnosen erstellt, auf Basis einer Bibliothek von 42.000 Scans der Computertomographie. Und damit Radiologen bei der Diagnose von Lungenerkrankungen überrundet. Erbkrankheiten am Gesicht erkennen? Dies geht ebenfalls mit KI. Per App und Software werden Gesichter analysiert und helfen so beispielsweise Kinderärzten bei einer frühzeitigen Diagnose. US-amerikanische Forscher haben dafür 17.000 Fotos mit Betroffenen seltener Syndrome mittels der Deepfake-Technologie trainiert.

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